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Eine zeitlose Geschichte

Momo, das 1973 erschienene Buch von Michael Ende, das den deutschen Jugendbuchpreis gewann, fasziniert. Ein Kinderbuch, das uns voller Fantasie, Poesie und Philosophie die wirklich wichtigen Dinge im Leben näherbringen will. Thema ist unser Umgang mit der Zeit.

Samstag, 23. Mai 2020 Annemarie Voss (80)Elisabeth Jost (72)Margrit Roth Stadler (79)Elias Rüegsegger (31)Barbara Rüetschi (57)Andreas Steinmann (81)Jorina Scheidegger (22)
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Annemarie Voss (75): Anlässlich einer Zoom-Konferenz zum Thema «langsam – schnell» wurde Momo erwähnt, das Buch, das allen ein Begriff war. Die Alten unter uns hatten es als Erwachsene gelesen. Es fällt mir heute kein Buch ein, bei dessen Erscheinen sich Jung und Alt mit gleicher Begeisterung in die Lektüre vertiefen würden. Das liegt wohl auch an der Zeit.

Momo: Dunkle Augen sehen ins Herz

Elisabeth Jost (66): Momo ist eines Tages einfach da. Sie hat kaum Erinnerungen, noch macht sie sich Gedanken um die Zukunft. Sie lebt hier und jetzt, ihr einziger Reichtum ist Zeit. Sie wirkt verwahrlost mit den dunklen, verfilzten Locken und der abgetragenen, schadhaften Kleidung. Das Auffallendste an ihr sind die grossen, schwarzen Augen.

Momo. – Illustration: Jorina Scheidegger

Wie würden wir reagieren, wenn ein solches Kind plötzlich in unserer Umgebung auftauchen würde? Würden wir die Behörden informieren?

Momos Ausstrahlung ist aber so stark und heilsam, dass Äusserlichkeiten nicht wichtig sind. Zuhören kann sie wie niemand sonst, und dadurch befähigt sie die Menschen, ihr Bestes, tief im Innern verborgen, zu wecken. Die Kinder entdecken kreative Spiele, die Erwachsenen entwickeln Lösungen für ihre Konflikte und Probleme. Momo führt nicht, wertet nicht, verfolgt keine Ziele. Eigentlich ist sie eine hervorragende Therapeutin.

Für mich ist Momo ein Symbol für das Ursprüngliche, Wilde in uns, das unsere Bedürfnisse kennt und das gefeit ist gegen falsche Versuchungen von aussen. Wenn wir den Kontakt verlieren, wird es isoliert und geht vergessen. So kann es nichts bewirken. Wird es aber wahrgenommen und unterstützt, kann es Welten bewegen.

Die grauen Herren

Unheimlich: Die grauen Herren. – Illustration: Jorina Scheidegger

Annemarie Voss: In der Geschichte nehmen die grauen Herren den Menschen die Zeit weg mit dem Versprechen, diese später zurückzuzahlen. Sie rechnen den Menschen vor, wie viel sie auf ihr Zeitkonto einzahlen könnten, wenn sie aufhörten finanziell ertragslosen Beschäftigungen nachzugehen. Unproduktive Zeit sollte durch Geld verdienen ersetzt werden. Das macht die Menschen zwar wohlhabend – was für ein unpassender Ausdruck – aber auch zu Gehetzten und Gestressten. Das funktioniert: Die grauen Stumpen rauchenden Herren leben so auf Kosten der emsig Schaffenden. Die Zeit, hinzuschauen und zuzuhören, ist vorbei. Zeit ist Geld!

Gigi Fremdenführer. – Illustration: Jorina Scheidegger

Gigi Fremdenführer, der fantastische Geschichtenerzähler, gerät ganz in die Fänge der grauen Herren, führt ein erfolgreiches, hektisches Leben und hat keine Zeit mehr für Momo.

Meister Hora. – Illustration: Jorina Scheidegger

Meister Hora: Hüter der Zeit

Margrit Roth Stadler (74): Er bewohnt irgendwo und doch nirgends unendlich grosse, von goldenem Licht durchwebte Räume. Meister Hora ist ein alter Mann mit silberweissem Haar und goldener Brille. Seine Gestalt verwandelt sich immer wieder. Mal ist er Magier, dann guter Vater, Philosoph, oder er nimmt göttliche Qualitäten an. Er stellt Momo ein Rätsel und führt sie so zu den drei wichtigen Fragen des Lebens hin: Vergangenheit – Zukunft und Jetzt. Er erklärt ihr mit dieser Parabel die Zeit. Die grosse Liebe und Leidenschaft des Herrn Hora ist das Sammeln von Uhren aller Art. Er ist Hüter und Verwalter von Zeit. Er führt uns durch das Universum all seiner Uhren und zeigt uns die wichtigste, nämlich die kleinste. Sie hat keine Zeiger, und er trägt sie als Taschenuhr immer auf sich. Es ist die Sternstunden-Uhr. Er schenkt sie jedem Menschen. Aber nur wenige können sie erkennen, wenn im jetzigen Augenblick alles stimmt. Oft gehen sie achtlos an dieser Uhr vorüber. Meister Hora teilt auch jedem Menschen seine für ihn bestimmte Zeit zu. Jeder muss sie selbst ausfüllen und verteidigen, bis er am Ende wieder durch ein Silbertor hinausgeht, wo er einst eingetreten ist. Am Schluss trägt er Momo behutsam auf seinen Armen. Momo vertraut Meister Hora, lässt sich von ihm führen, und er zeigt ihr für einen Augenblick den Sitz ihrer Zeit – nämlich in ihrem Herzen. Meister Hora, eine wunderbar erschaffene Figur, die uns ermuntert wieder einmal über den Sinn des Lebens nachzudenken.

Kassiopeia: Ewiger Augenblick

Elias Rüegsegger (25): 2006 starb in einem Zoo in Kalkutta eine Schildkröte, die sei 256 Jahre alt geworden. Das hohe Alter der gepanzerten Wesen hat die Menschen schon immer beeindruckt. Die Schildkröten sind in der Mythologie ein beliebtes Motiv. Wie alt Kassiopeia, die Schildkröte im Buch Momo ist, spielt keine Rolle. Sie fällt aus der Zeit. Zeit ist für Kassiopeia relativ. Wo sie auch ist, sie kann eine halbe Stunde in die Zukunft schauen. Eine Gabe, mit der Kassiopeia Momo auf der Flucht vor den grauen Herren hilft. Kassiopeia kann nicht reden – sie drückt sich in wenigen Worten aus, die auf ihrem Panzer leuchten. So führt und lenkt sie Momo, ohne in Eile zu geraten.

Kassiopeia. – Illustration: Jorina Scheidegger

Die Schildkröte, die trotz ihrer Langsamkeit stets den «Schnellen» voraus ist – welch paradoxes Bild. Es ist nicht nur die hellseherische Fähigkeit von Kassiopeia, die beeindruckt, sondern gerade diese Ruhe im Umgang mit der Zeit. Wir Menschen nehmen einen Augenblick als kurzen Moment wahr: Schon ist er wieder vorbei. Doch nicht jeder Augenblick ist gleich intensiv. Manche Augenblicke konservieren wir in unserem Gedächtnis: den Moment einer besonderen Begegnung, den Moment des grossen Glücks. Diese Momente verlieren ihre zeitliche Dimension, sie werden ewig – zumindest ein bisschen. Von Kassiopeia, die aus der Zeit fällt, möchte ich gerne noch mehr lernen.

Niemals-Gasse: Rückwärts vorwärts

Barbara Rüetschi (51):Die Schildkröte Kassiopeia führt Momo auf der Flucht vor den grauen Herren quer durch die Stadt zu Meister Hora. Je näher sie seinem Haus kommen, umso langsamer geht die Schildkröte und Momo staunt, dass sie trotz des gemächlichen Tempos zügig vorankommen. Die grauen Herren dagegen kommen nicht mehr vom Fleck. Je mehr sie im Auto aufs Gas drücken oder je schneller sie rennen wollen, umso weniger kommen sie vorwärts.

Eile und Hektik sind in schwierigen Situationen oft nicht angezeigt, sowohl wörtlich wie im übertragenen Sinn. Je langsamer ich gehe, umso achtsamer nehme ich meine Umgebung wahr und kann vermeiden, dass ich stolpere oder gar falle. Es ist sinnvoll, mir Zeit zum Überlegen und Abwägen zu nehmen, statt in (vor-)schnellen Aktionismus zu verfallen. Und manchmal ist auch ein Wechsel der Blickrichtung oder eine andere Perspektive nötig, gerade so wie bei Momo und Kassiopeia: Als sie in die Niemals-Gasse, die letzte Gasse vor Meister Horas Haus, einbiegen, kommen sie einzig durch Rückwärtsgehen zum Ziel.

Was Michael Ende bildhaft beschreibt, fasst ein japanisches Sprichwort in zwei Sätze: «Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Wenn du es noch eiliger hast, mache einen Umweg.»

Beppo Strassenkehrer. – Illustration: Jorina Scheidegger

Beppo Strassenkehrer: Schritt-Atemzug-Besenstrich

Andreas Steinmann (76): Beppo und Momo sind beste Freunde. Beppo ist ein wahrheitsliebender, philosophierender Zeitgenosse und Momo seine beste Zuhörerin. Beppos Devise: Das Leben ist wie das Wischen einer langen Strasse. Nimm jeden Tag, wie er kommt. Unnötige Hast führt zu nichts: Schritt-Atemzug-Besenstrich…

Sein Heim, ein Wellblech-Dachpappe-Ziegelsteinhaus,

es wohnt sich gar einfach, ihm macht es nichts aus.

Das Zwitschern der Vögel, das Gurren der Tauben,

die sich ab und an ein Spässchen erlauben.

Sie lieben ihren Beppo, und zwitschern ihm Lieder,

das Singen der Nachtigall, erkennst du es wieder?

Schritt-Atemzug-Besenstrich, das Leben geht weiter.

Freund Beppo lebt’s gelassen Tag für Tag heiter.

Die unendliche Strasse, für mich ein Problem.

Beppo führt seinen Besen als wär’ nichts geschehn.

Schritt-Atemzug-Besenstrich, geduldiges Warten.

Gedankenloses Hasten, es könnt dich verraten.

Es zwitschern die Meisen, es gurren die Tauben:

«Bleib bei der Wahrheit. Den Lügen nicht glauben.»

«Schritt-Atemzug-Besenstrich, so sollst du es machen»,

rät mir mein Freund Beppo mit freundlichem Lachen.

Beitrag von:

Annemarie Voss (80)

Seit 2008 pensioniert, Beiständin bei einem Mann. Mitglied bei den SchlossSpielen Thun und bei Radio60Plus. Gesellige Einzelgängerin. Begeisterte Theaterbesucherin, Kinogängerin und Freundin vieler kultureller Einrichtungen.

Elisabeth Jost (72)

Nach meinem Eintritt ins letzte, beste Drittel freue ich mich an der grossen Freiheit, die mir neue Horizonte und Bekanntschaften beschert. Einige Leidenschaften bleiben aber unverändert: Das Interesse am Welt- und Tagesgeschehen, die Liebe zu Wild- und Heilpflanzen, zum Velo- und Skifahren, zu spannenden Büchern.

Margrit Roth Stadler (79)

Arbeitete als Sozialarbeiterin von 1969-1999 in Basel. Sie baute ein kleines Kulturzentrums im Aargau auf. Heute arbeitet sie gerne feinhandwerklich – sie macht kleine Filzzwerge und strickt bunte Socken. Sie wandert gerne und spielt gerne mit Wörtern.

Elias Rüegsegger (31)

Interessiert an Menschen und deren Fragen. Er initiierte UND Generationentandem 2012 im Rahmen seiner Maturaarbeit und ist seit 2019 Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Er studierte Theologie in Bern, und bildete sich im Bereich Sozialmanagement weiter.

Barbara Rüetschi (57)

Arbeits- und Organisationspsychologin, aktuell in der Beratung und Begleitung von Veränderungs- und Entwicklungsprozessen tätig. Neugierig und breit interessiert, liest sie viel, schreibt gerne, mag Menschen und das Unterwegssein.

Andreas Steinmann (81)

Zuerst Schriftsetzer gelernt, später auf geprüfter Korrektor umgesattelt. Hobbies: Singen im Gospelchor Schönau, Jazz, Blues und klassische Musik hören. Bärndütsch vorlesen, selber Geschichten schreiben, Mitarbeit in der Kirche, Lesen.

Jorina Scheidegger (22)

Wenn sie gerade nicht medizinische Wörtli am büffeln ist, rennt sie wohl mit einer Kamera und Zeichnungsblock in der Gegend herum und hofft auf neue interessante Dinge und Menschen zu stossen.

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