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Meine Angst vor der Angst

Flacher Atem, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit: Plötzlich ist sie da – die Panikattacke. Inzwischen hat Noemi Porfido gelernt, mit ihrer psychischen Erkrankung umzugehen und erobert sich Schritt für Schritt ihr Leben zurück.

Dienstag, 15. Januar 2019 Noemi Porfido (29)
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Das Herz rast, das Atmen fällt mir schwer und ich bekomme das Gefühl, gleich in Ohnmacht zu fallen. Ich stehe mitten in einem Fitnesszentrum an einem Samstagmorgen.  Meine Freundin bringt mich sofort nach Hause. Dort sind der Schwindel und die Atemnot verschwunden.  Ich schonte mich das ganze Wochenende.

Der Vorfall war am Montagmorgen bereits vergessen. Doch in der nächsten Nacht konnte ich kaum schlafen und ich hatte wieder eine Attacke. Da ich nicht arbeiten gehen wollte, ging meine Mutter mit mir zum Arzt. Er sagte mir, ich hätte eine Störung im vegetativen Nervensystem und ich solle mich ausruhen.

Die ganzen Sommerferien war ich zuhause – gestresst. Ich hatte Angst vor der Angst: Was passiert, wenn dieses Gefühl wieder kommt? Was, wenn es noch schlimmer wird? Was, wenn ich umkippe und niemand vor Ort ist, den ich kenne und der mir helfen kann?

Diese Fragen hinderten mich daran, nach draussen zu gehen. Sobald aber die Schule wieder anfing, zwang ich mich hinzugehen, und plötzlich waren die Gedanken weg. Bis zu meinem Abschlussjahr, zwei Jahre später, waren meine Panikattacken nur noch eine Erinnerung.

«Ich will in die Klinik»

In meinem Abschlussjahr passierten viele persönliche Schicksalsschläge. Ich hätte nie gedacht, dass ich die Abschlussprüfungen bestehen würde. Doch es gelang und das erfüllte mich mit Freude. Ich besuchte das «Gurten-Festival» und freute mich auf die Konzerte. Am zweiten Tag jedoch bekam ich plötzlich wieder dieses Herzrasen, diese Atemnot und dazu ein Übelkeitsgefühl. Ich wusste sofort, dass dies mit meinem vegetativen Nervensystem zu tun hatte, denn ich trank keinen Alkohol. Ich war eigentlich gesund.

Ich rief meinen Vater an, er solle mich holen kommen, denn so konnte ich nicht alleine nach Hause gehen. Zu Hause angekommen, waren die Symptome wieder verschwunden. Wieder verbrachte ich den ganzen Sommer in meinen eigenen vier Wänden.

Die Angst als ständiger Begleiter. – BIld: Noemi Porfido.

Im August begann mein Praktikum in einer heilpädagogischen Schule. Dieses Praktikum benötigte ich, um die Fachmaturität zu absolvieren. Ich zwang mich – übermüdet – dorthin. Wieder unterdrückte ich die Angst und so biss ich mich bis zum Frühling, zum Abschluss meiner Fachmaturität, durch.

«Was passiert, wenn dieses Gefühl wiederkommt?»

In den Frühlingsferien wollte ich mit meinem damaligen Freund nach Grindelwald fahren, um dort zu übernachten. Es war das erste Mal seit einer langen Zeit, dass ich so weit von zu Hause weg übernachten wollte. Und wieder eine Attacke. Die Übelkeit, die Atemnot, das Schlottern und die Gedanken hörten nicht auf. Ich wollte einfach nur noch nach Hause. Diesmal konnte ich nichts mehr unterdrücken. Es ging mir richtig schlecht. Ich konnte nicht einmal mehr zur Arbeit. Ich war erschöpft, traurig und hatte nur noch Angst und Versagensgefühle. So beschloss ich nach 14 Tagen: Ich will in die Klink. Für wöchentliche Therapiesitzungen war es zu spät.

Boden unter den Füssen

Ich verbrachte zwei Monate stationär in der Klinik in Münchenbuchsee. Therapiert wurde ich wegen einer Agoraphobie – einer Angststörung. Es war eine intensive Zeit. Ich lernte mich von einer ganz anderen Seite kennen, erlernte Strategien wie Atemübungen und den Satz: «Ich bin nicht meine Gefühle, ich bin nicht meine Gedanken.» Mein Wochenplan war gefüllt mit Meditationsstunden, Gruppen-, Einzel-, Mal- und Körpertherapie und Töpfern. So bekam ich Schritt für Schritt wieder Boden unter den Füssen.

Nach dem stationären Aufenthalt wollte ich schnell wieder Fuss fassen im Alltag. Da ich schon vor dem Klinkaufenthalt einen Praktikumsplatz in einem Kindergarten bekommen hatte, war für mich klar, dass ich dort anfangen würde. Die erste Zugfahrt nach Bern war eine wahnsinnige Herausforderung. Um 7:33 Uhr war der Zug überfüllt mit Leuten, denen der Morgen direkt ins Gesicht geschrieben war.

Die Gedanken «Ich kann jetzt nicht einfach aussteigen», «Ich muss jetzt 20 Minuten in diesem Zug sein, und wenn ich erbreche, oder weinen muss, kann ich nicht zurück, die Leute werden mich anglotzen…» machten mich wahnsinnig. Mir wurde übel, das Adrenalin schoss durch meinen Körper – ich begann zu schwitzen.

Es war wie eine Explosion im Körper. Doch ich zwang mich erneut. Was dazu führte, dass ich im Dezember einen psychischen Zusammenbruch erlitt. Ich wollte nicht mehr aufstehen, nicht mehr in diesen blöden Zug steigen, nicht mehr diese Gefühle spüren: NICHTS. Ich hatte keine Freude mehr, denn jedes Mal, wenn ich etwas unternehmen wollte, musste ich mich mit diesen Gedanken auseinandersetzen, und das vermochte ich nicht mehr.

So liess ich mich für drei Wochen krankschreiben, um so neuen Mut zu tanken. Zu dieser Zeit bekam ich die Bestätigung, dass ich im September mein Studium für Soziale Arbeit in Olten beginnen dürfe. Was mich einerseits motivierte und mir andererseits Angst machte: «Ich kann noch nicht mal richtig mit dem Bus weite Strecken fahren ohne diese Angst.»

Ich erobere mein Leben zurück

Ich ging in die Tagesklinik in Thun. Drei Monate war ich dort und das Wichtigste, was ich lernte, war, dass ich kleine Schritte machen soll. Also plante ich meine ganzen Wochen detailliert: Einkaufen in Thun – einmal mit dem Velo, dann zu Fuss. Neue Ziele: Mit dem Bus nach Spiez, mit dem Zug nach Spiez, mit dem Zug nach Bern… Manchmal klappten diese «Expositionen», manchmal weniger. Ich hatte keine Tabletten genommen, sondern wollte alles auf natürliche Art angehen. Dies brauchte viel mehr Zeit, da der Körper keine chemische Unterstützung bekam die Endorphine auszuschütten oder die Angst zu vermindern.

«Ich war erschöpft, traurig und hatte nur noch Angst
und Versagensgefühle.»

Momentan bin ich am Studieren, mit einem «Nachteilausweis», damit die DozentInnen informiert sind, wieso ich manchmal nicht anwesend bin. Die Zugfahrt geht gut, mal besser mal schlechter. Bald starte ich nebenbei ein Praktikum in einem Jugendtreff und bis dahin unterrichte ich Kindern Yoga und gebe Selbstverteidigungskurse. Dabei habe ich eine Assistenz, damit ich mich zurückziehen könnte, falls eine Attacke käme.

Alle zwei Wochen besuche ich Therapiestunden und eine Maltherapie. So erobere ich mir Schritt für Schritt mein Leben zurück. Mit Reisen muss ich mich etwas gedulden. Ich will mir noch ein bisschen Zeit geben. Aber ich freue mich schon jetzt auf den Moment, da ich bereit bin, diesen Schritt zu wagen.

Beitrag von:

Noemi Porfido (29)

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