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«Meine Kindheit verlief kompliziert»

Eine Studie des Psychologischen Instituts der Universität Zürich zeigt, wie Menschen trotz schwieriger Kindheit gesund und zufrieden altern können. Eine Zusammenfassung der Studie sowie der persönliche Erlebnisbericht einer Teilnehmerin.

Freitag, 24. Mai 2019 Annemarie Voss (81)Livia Thurian (31)
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Eine innere Kraft: Favon berichten einige StudienteilnehmerInnen. Unser Illustrator hat versucht, sie abzubilden. – Illustration: Hansruedi Käppeli

Studie: Gesund dank Stress?

Livia Thurian

Eine mittlere Menge an Stress, das ist in Ordnung. So haben wir einen gewissen Antrieb, aber sind nicht überfordert. Wird der Stress jedoch zu viel, dann schadet er. So lautet eine gängige Meinung, die sich bisher lange in der Forschung gehalten hat. Doch stimmt diese Aussage überhaupt? Ein Forscherteam der Universität Zürich hat mit einer Altersstudie verblüffende Erkenntnisse gewonnen.

Studie 1: Verdingkinder berichten

In der ersten Teilstudie interviewten die ForscherInnen ehemalige Verdingkinder und sammelten deren Aussagen über ihre Zeit in der Pflegefamilie. Es wurden nur Personen ausgewählt, die zum Zeitpunkt der Untersuchung gesund waren. Sie berichteten über die Widrigkeiten, die ihnen in dieser Zeit widerfahren waren. Mobbing, Unterdrückung, mangelnde Bildung, Lieblosigkeit, Drohungen, Gewalt, Angst, das waren prägende Elemente des Lebens von Verdingkindern. Natürlich wollten die ForscherInnen wissen, wo die Gründe lagen, dass die ehemaligen Verdingkinder trotz ihrer schlimmen Erfahrungen zu gesunden alten Menschen geworden waren. Die StudienteilnehmerInnen berichteten, dass es viele Faktoren gegeben habe, die ihnen geholfen hätten. So seien einige durch LehrerInnen oder PfarrerInnen unterstützt worden; anderen half die eigene Motivation zum Besser-Werden, oder eine «innere Kraft». Bei der Auswertung fielen drei Merkmale auf, welche bei diesen gesund alternden Menschen zu finden sind: eine hohe Stresstoleranz, der Einsatz für andere Menschen in Not und der Wille zur persönlichen Weiterentwicklung. Dieses beeindruckende Studienergebnis zeigt, dass auch Menschen mit einer sehr stressreichen und schwierigen Kindheit ein gesundes Alter mit hohem Wohlbefinden erreichen können.

Illustration: Hansruedi Käppeli

Studie 2: «Posttraumatisches Wachstum» ist möglich

In der zweiten Teilstudie füllten Leute ab 50 Jahren – unabhängig davon, ob sie Verdingkinder gewesen waren oder eine «normale» Kindheit gehabt hatten – zwei grosse Fragebögen aus. Gefragt wurden sie einerseits nach stressreichen Ereignissen in der Kindheit und andererseits nach ihrer aktuellen psychischen und physischen Lebensqualität. Das verblüffende Ergebnis: Diejenige Personengruppe mit den am meisten erlebten Widrigkeiten in der Kindheit wies die grösste Zunahme an psychischen Fähigkeiten im Alter auf. Dieser Befund passt zum Konzept des sogenannten Posttraumatischen Wachstums: Grosse Stresserfahrungen in der Vergangenheit können sich positiv auf unsere zukünftigen Bewältigungsstrategien auswirken. Es muss aber die Möglichkeit geben, solche Strategien zu erlernen. Was half den StudienteilnehmerInnen, ihre schwierigen Situationen zu bewältigen? Die AutorInnen gehen von vier Faktoren aus: Erstens helfe eine hohe Selbstwirksamkeit – dies ist die Überzeugung, etwas aus eigener Kraft meistern zu können. Zweitens helfe den Menschen eine optimistische Lebenseinstellung. Drittens sei es hilfreich, wenn Menschen sowohl persönliche Ressourcen wie auch Ressourcen aus ihrer Umwelt nutzen können, um mit Stress umzugehen. Ebenso wichtig sei die Einsicht, dass Stress nun mal zum Leben gehöre und die Person auch daran wachsen könne. Das vierte Konzept ist das Ausmass an Selbstmitgefühl: Es beschreibt, wie stark Menschen in stressigen Lebenssituationen mitfühlend mit sich selbst umgehen können. ☐

Illustration: Hansruedi Käppeli

Mein Leben

Annemarie Voss

Ich hatte gelernt, dass eine glückliche Kindheit die Voraussetzung sei, ein glücklicher, ausgeglichener Mensch zu werden. Kinder aus schwierigen Verhältnissen, die wenig positive Zuwendung und intellektuelle Förderung erfahren durften, würden es auch im späteren Leben nicht einfach haben. Selbstverständlich gibt es Ausnahmen und zu denen zähle ich mich.

Meine Kindheit verlief kompliziert. Als uneheliches Kind einer 20-jährigen Mutter wurde ich von Gotte und Götti aufgezogen. Mein leiblicher Vater hatte sich das Leben genommen, als ich etwa drei Monate alt war. Meine Mutter habe ich selten gesehen und habe mich immer stärker als Kind meiner Pflegeeltern gefühlt. Ich glaubte auch, den gleichen Nachnamen wie sie zu haben. Als ich sechs Jahre alt war, starb meine Gotte. Meine Mutter war inzwischen verheiratet und hatte zwei Kinder, konnte mich aber nicht aufnehmen. Ob das ihr Wille war oder der Entscheid der Vormundschaftsbehörde, habe ich nie erfahren. Nach einiger Zeit wurde ich von Verwandten meines leiblichen Vaters aufgenommen. Von dieser Seite wurde ich immer als zugehörig behandelt, auch wenn meine Mutter für den Suizid meines Vaters verantwortlich gemacht wurde. Dadurch lernte ich früh, dass meine Mutter eine schlechte Frau sei.

Sie sitzt abseits: Annemarie (links) mit ihrer Pflegefamilie. – Bild: Privat

Ich glaubte, mildernde Umstände wegen meiner ungewöhnlichen Kindheit zu erhalten, sollte ich einmal straffällig werden.

Heute finde ich es absurd, dass ich als Kind solche Gedanken hatte. Sie hatten aber dazu beigetragen, dass ich mich nie vor Strafen fürchtete und sie mich dadurch

auch nicht kaputt machten. Im Gegensatz zu meiner Mutter war mein Vater ein guter Mensch gewesen, der auch sein letztes Hemd weggegeben hätte. So wurde es mir von meiner Grossmutter, also der Mutter meines leiblichen Vaters, vermittelt. Wenn ich mal bei ihr in den Ferien war,  sprach sie viel über meinen Vater, der ihr Lieblingssohn gewesen war. Zu wissen, dass ich einen Vater hatte, der einfühlsam und barmherzig gewesen war, der wegen Unterschlagung angeklagt werden sollte, nur weil er armen Leuten die Milch ohne Bezahlung abgegeben hatte, das machte mich stolz. Er hatte keine Berufslehre gemacht, sondern bei einem Milchhändler die Milch in der Gegend, wo seine Familie lebte, ausgetragen. In diesem Quartier wohnten überwiegend arme, aber kinderreiche Familien. Dass er sich seiner Verantwortung durch Suizid entzogen hatte, fand ich nicht feige, sondern ich idealisierte sein Verhalten: lieber tot als eingesperrt.

Denen werde ich es zeigen

Meine neuen Pflegeeltern, die ich bereits als Tante und als Onkel kannte, nahmen mich teils aus Pflichtgefühl, teils wegen der eigenen Kinderlosigkeit auf. Sie hatten bereits ein Pflegekind, das gut vier Jahre jünger war als ich.

Meine Tante (Pflegemutter) erlebte mich als verwöhnt und unehrlich und erzog mich mit Disziplin und körperlichen Strafen. Das Ergebnis war kontraproduktiv, ich wurde bockig und sprach wenig. Die Gewissheit zu haben, dass mein Vater mich geliebt und verstanden hätte und er sicher auf mich stolz gewesen wäre, gab mir Kraft. Die anderen waren einfach nicht im Stande gewesen zu sehen, wer ich wirklich war. Im Hintergrund stand immer die Überzeugung: Denen werde ich es schon zeigen!

Ich hatte immer gefühlt, dass ich nicht weniger wert war.
Meine Lehrerin in den ersten beiden Schuljahren war eine verständnisvolle und einfühlsame Person, die ich sehr mochte. Sie suchte das Gespräch mit meinen Pflegeeltern, da ich eine grosse «Träumerin» war und mich vor der Realität in Fantasiewelten flüchtete. Das hatte leider nur zur Folge, dass ich beim Amtsvormund einen «gut gemeinten» Tadel abholen musste.

War ich doch ein Mädchen…

Mein Drang, mich aus der Wirklichkeit zurückzuziehen, förderte allerdings meine Leselust und eröffnete mir Welten. Leider war ich der Meinung, dass ausser dem Deutschunterricht nichts anderes für mich wichtig sei. Besonderen Wert wurde auf meine Ausbildung nicht gelegt, war ich doch ein Mädchen und würde später heiraten, Kinder haben und Hausfrau sein. Zum Glück kam ich ohne viel Lernen gut durch die Schulzeit, hatte dann aber nur noch ein Ziel: möglichst schnell weg von zu Hause. Es gab damals zwei Berufslehren, die nur zwei Jahre dauerten, Koch und Verkäuferin. Ich lernte Verkäuferin und konnte anschliessend doch nicht weg, weil die Vormundschaft sich weigerte, mir für einen Englandaufenthalt einen Pass auszustellen, da ich noch den für Mädchen obligatorischen Haushaltskurs absolvieren musste, bevor ich volljährig (20) war.

Ein Jahr später war ich dann in London bei der Familie eines prominenten Schauspielers und wurde sehr geschätzt und auch gefördert. Das trug dazu bei, dass ich ausreichend Selbstvertrauen hatte, um später eine Stelle als Chefsekretärin anzunehmen. ☐


Schwerpunkt: «krank-gesund»

Was macht uns krank? Oder sollten wir besser fragen: Was hält uns gesund? Während der letzten Wochen und Monate gingen die AutorInnen, FotografInnen und IllustratorInnen dem Thema «krank und gesund» nach. Einige hinterfragen die Gesundheitsindustrie. Die Beiträge auf den folgenden 40 Seiten führen in unterschiedliche Richtungen: Wir widmen uns dem Gesundheitswesen. Stichworte aus den Beiträgen haben wir auf dieser Seite bereits gesammelt.

Beitrag von:

Annemarie Voss (81)

Seit 2008 pensioniert, Beiständin bei einem Mann. Mitglied bei den SchlossSpielen Thun und bei Radio60Plus. Gesellige Einzelgängerin. Begeisterte Theaterbesucherin, Kinogängerin und Freundin vieler kultureller Einrichtungen.

Livia Thurian (31)

Macht gerne Musik oder treibt sich auf zwei Beinen oder zwei Rädern draussen herum. Wolliges Herdentier mit Autonomiebedürfnis. Morgenmuffel und Kaffeeliebhaberin. Mag Dinos.

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