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Von Geld und Pferdeställen

Gedanken zur oft wiederholten Forderung nach Abschaffung des Kapitalismus und des Besitztums, was Geld mit Pferdeställen zu tun hat und warum sich Tagesschau schauen so schrecklich anfühlen kann.

Mittwoch, 20. November 2019 Lara Thurnherr (25)
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Tagesschau schauen fühlt sich manchmal an wie diese Suchbilder in Rätselmagazinen, die in Wartezimmern zu finden sind: “Was ist hier falsch?“ Kriege wüten, Menschen verhungern, während Hedgefundmanager nur so im Geld schwimmen, Kinder werden ausgebeutet. Ölfirmen geben unserem Klima mit niedrigen Ölpreisen den Rest und Jeff Bezos hat offenbar genug Geld für Weltraumforschung, aber nicht genug, um sich faire Arbeitsbedingungen für seine Angestellten leisten zu können.

Was denkt die junge Seite, hier Lara, über den Kapitalismus? – Bild: Elias Rüegsegger

Also, was läuft falsch?

Von vielen MusikerInnen, politischen Gruppierungen, Kolumnen, und Klebern auf irgendwelchen öffentlichen Plätzen kommt derweilen eine relative simple Antwort. KIZ , eine deutsche Band, schreibt: «Unsere Haustüren müssen keine Schlösser mehr haben, Geld wurde zu Konfetti und wir haben besser geschlafen.» «Crush Capitalism» steht auf den Schildern von Klimastreikenden. «Unser Wirtschaftssystem muss sich grundsätzlich ändern», ist in Leserbriefen an die Wochenzeitung zu lesen. Diese Sätze verwirren mich. Nehmen wir an, ich habe dreissig Hennen und möchte drei Schafe. Früher hätte ich dreissig Hennen gegen eine Kuh getauscht und dann die Kuh gegen ein Pferd und dann das Pferd gegen drei Schafe. Das Ganze hatte offensichtlich einige Nachteile, war aufwändig und schwierig.

Wie viele Hennen sind eine Kuh? Und wie viele Kühe ein Pferd?  Was, wenn das Pferd, das ich eingetauscht habe, krank oder trächtig wurde? Was, wenn niemand ein Pferd hat und Kühe will? Was, wenn ich keinen Pferdestall habe? Das alles wird schnell unglaublich kompliziert. Geld vereinfacht die Situation. Es misst, wie viel uns etwas wert ist, eine Einheit wie Liter oder Meter. Heute tauschen wir zwar keine Hennen gegen Schafe, sondern häufig Freizeit gegen Lohn, Erlebnisse gegen Tickets und Sicherheit gegen Versicherungsprämien. Geld ist ein Tauschmittel, universell einsetz- und haltbar (auch ohne Pferdestall).

«Geld vereinfacht die Situation», Lara hinterfragt es trotzdem. – Bild: Elias Rüegsegger

Voraussetzungen

Damit diese Tauschhandel funktionieren, müssen wir Dinge voraussetzen können. Jeder Tausch muss freiwillig sein. Jeder kann nur seinen eigenen Besitz eintauschen. Jeder muss wissen, was er gegen was eintauscht (zum Beispiel dürfen keine Produkte falsch beschriftet oder beworben werden). Jeder sollte wissen können, wer sonst noch dasselbe Produkt anbietet. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, geht jede Ware an den Meistbietenden, beziehungsweise an den, für den die Ware am meisten Wert hat, den «Meistwollenden». Jeder hat Anderes und braucht Anderes, da ist es nur logisch, Dinge zu tauschen. Ausserdem wird jeder dazu motiviert, etwas zu leisten, zu produzieren, zu erfinden, das jemand anderen glücklicher macht. Ein freier Markt motiviert zu unglaublichem technischem Fortschritt und erhält dabei die Freiheit des Individuums.

Aber so einfach ist es dann doch wieder nicht

Erstens sind genannte Voraussetzungen gar nicht so einfach zu garantieren. Zum Beispiel tauschen viele von uns momentan etwas ein, das wir gar nicht besitzen: Eine intakte Umwelt für zukünftige Generationen wird eingetauscht gegen die Möglichkeit, Strom mit Kohle zu produzieren… Viele Bankkunden wissen nichts davon, dass sie gute Zinssätze dagegen tauschen, dass ihr Geld in umweltschädliche Firmen investiert wird. Lange Zeit haben Menschen unwissend Geld gegen Zigaretten inklusive Lungenkrebs eingetauscht. Zweitens gibt es vermeidenswerte Dinge.

Das ist ein Problem, weil dann der Meistbietende eben nicht der Meistwollende ist.

Wir wollen nicht, dass Kinder arbeiten müssen oder ältere Menschen verhungern, weil sie nicht mehr arbeiten können. Es gibt Dinge, die sich jeder leisten können sollte: Medikamente, gesundheitliche Versorgung, eine Unterkunft. Drittens sind Menschen, die weniger Geld besitzen, stärker vom einzelnen Franken abhängig. Das heisst, für jemanden, der nur 4000 Franken besitzt, sind 1000 Franken mehr wert als für einen Multimilliardär. Das ist ein Problem, weil dann der Meistbietende eben nicht der Meistwollende ist.

Es braucht staatliche Regulierungen

Ein vernünftiger Staat muss Flugtickets verteuern, damit sie auch die Kosten tragen, die für zukünftige Generationen entstehen. Er muss für Gesetze sorgen, die Banken und Zigarettenfirmen dazu verpflichten, ihre Kunden über die Folgen ihres Tausches zu informieren. Wir brauchen ein Verbot von Kinderarbeit, eine funktionierende AHV und IV. Ausserdem haben wir progressive Steuern eingeführt, Reiche zahlen mehr als Arme. Diese Massnahmen lassen sich allenfalls erweitern.

Wir müssen unsere eigene Natur unseren Moralstandards unterordnen, und das ist nicht immer ganz einfach.

Was ist denn das, das System?

Es gibt kein «kapitalistisches Manifest», keine weltweite Verschwörung von Nestlé und Coca Cola, die sich gegen alles Gute in der Welt richtet. Unser Problem ist nicht das Geld, Goldbarren, reiche Menschen oder grosse Firmen, unser Problem sind wir selbst. Menschen sind egoistisch, nur so konnte unser Gensatz bis heute überleben. Das heisst nicht, dass wir nicht auch altruistische Reflexe haben; aber wenn wir zwischen dem Überleben unserer Nachkommen und denen unseres Nachbarn entscheiden müssen, fällt unsere Entscheidung dann doch relativ schnell. Über Jahrtausende evolutionärer Geschichte und «Survival of the fittest» haben wir uns so entwickelt. Wir wollen aber keine grausame Evolutionsgesellschaft, die Schwache aussortiert und auf Instinkten statt auf Überlegungen basiert. Wir müssen unsere eigene Natur unseren Moralstandards unterordnen, und das ist nicht immer ganz einfach.

Deshalb brauchen wir für unser Verhalten Regulierungen, genauso für unsere Art, Dinge zu tauschen. Wie weit diese Regulierungen gehen sollen, ist sinnvoller Inhalt politischer Diskussionen, die es mitzugestalten gilt, auch auf internationaler Ebene. An diesen Debatten teilzunehmen scheint weitaus konstruktiver, als unter Verdrängung sämtlicher historischer Tatsachen eine Vielzahl von Problemen als hoffnungslos zu erklären, «bis sich eben unser System grundsätzlich geändert hat».

Warum nicht Tauschhandel betreiben? – Bild: Noemi Porfido

Beitrag von:

Lara Thurnherr (25)

Ich bin sehr interessiert an Geschichte, Politik und Gesellschaft. Ich studiere in Bern Geschichte und öffentliches Recht.

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