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Warum es den Weltfrauentag noch braucht

Gründe, weshalb dieser Tag auch nach über 100 Jahren weiterhin nötig ist. Sogar UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht sich dafür aus. Eine aktuelle Studie der Uno doppelt hier nach. Auf deprimierender Spurensuche.

Dienstag, 17. März 2020 Gaby Jordi (75)
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Bild: Frauenstreik

Hier die Gründe:

  • 90 Prozent der Weltbevölkerung hegen diskriminierende Ansichten gegenüber Frauen. Der Anteil von Personen mit diesen Vorurteilen liegt in Pakistan mit 99,8 Prozent am höchsten, die Schweiz liegt im Mittelfeld. Das zeigt eine vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen veröffentlichte Studie, die die Uno anlässlich des Internationalen Tages der Frauenrechte am 8. März veröffentlicht hat.
  • Gewalt an Frauen. Nach wie vor glauben 28 Prozent der Menschen, dass es normal sei, wenn ein Mann seine Frau schlägt. Dies die schockierende Erkenntnis einer mehrjährigen Studie der Vereinten Nationen.
  • Nach wie vor gibt es gesellschaftliche Zuschreibungen für Frauen. Wenn Frauen einen resoluten, verbal gar angriffigen öffentlichen Auftritt hinlegen (zum Beispiel Elisabeth Warren anlässlich eines Wahlauftrittes), entsprechen sie nicht dem gewünschten Frauenbild, das da lautet: Frauen sind sanft, gütig, fürsorglich, zurückhaltend… Eine Frau, die mächtig ist und diese Macht auch beansprucht, wirkt bedrohlich. Gleichberechtigung bedeutet unter anderem, findet Journalistin Céline Calla: «Wenn Frauen nicht mehr vorgeschrieben wird, wie sie zu sein haben.»
  • Der Mann als Mass aller Dinge. In der Industrie, in der Forschung, in der Medizin wird der «Durchschnittsmann als Durchschnittsmensch betrachtet», so die Autorin Caroline Criado-Perez. Es gibt nicht nur einen «Gender Pay Gap», sondern ebenso einen «Gender Data Gap». Will heissen: Unsere Welt wird meist an und von Männern vermessen und erfasst. Dabei wird ignoriert, dass jeder zweite Mensch eine Frau ist. Es gibt schlicht und ergreifend zu wenig frauenspezifische Daten, die in die Forschung einfliessen. Daten von Männern führen zu Produkten für Männer, die Entwicklungsteams sind vorwiegend männlich.
  • Daher braucht es mehr weibliche Forschung und mehr Investitionen. Längst bekannt ist, dass der Frauenkörper auf Medikamente anders reagiert als der männliche, an dem sie getestet wurden. Bei Frauen erzeugen diese Wirkstoffe oft schwere Nebenwirkungen. Bekanntlich treten Anzeichen eines Herzinfarktes bei Frauen anders in Erscheinung als bei Männern. Die Medizin scheint dies noch heute oft zu ignorieren. Das kann tödlich sein für Frauen.
  • UN-Generalsekretär Antonio Guterres unterstützt die Frauen und fordert mehr Gleichstellung für sie. Er kritisiert den Männerüberschuss etwa in Parlamenten und Universitäten, aber auch in Start-Ups. Ebenso stören ihn Sexismus und «männliche Besserwisserei». Das 21. Jahrhundert muss das Jahrhundert der Gleichstellung der Frauen werden, meint Guterres.

Dann mal los, Frauen und Männer: An die Arbeit!

Beitrag von:

Gaby Jordi (75)

Kaufmännische Angestellte, pensioniert. Versucht stets, sich ein Stückchen Himmel über ihrem Leben freizuhalten.

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