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Zehn Fragen und ein Speeddating – das war der Workshop des Generationenforums

Was ist das beste Alter? Beim Workshopabend des Generationenforums tauschten sich etwa 30 Menschen über das Alter(n) aus. Etwa im Speeddating.

Donnerstag, 23. Januar 2020 Werner Kaiser (87)
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10 Fragen für ein Generationendate: Nadine Inhelder (rechts) leitet das Speeddating im Rahmen des Generationenforums an. Bild: Elias Rüegsegger

Wie wollen wir älter werden? Was erhoffen wir uns vom Alter? Was geschieht mit unserer Gesellschaft, wenn es immer mehr ältere Menschen gibt? Diesen Fragen gingen etwa 30 Menschen im Rahmen des Workshops von UND Generationenforum am 22. Januar auf den Grund.

«Je älter, desto besser» war der etwas provozierende Titel der Veranstaltung. Vor einer motivierten Gruppe – schön, dass sich auch junge Menschen dazu einfanden – stellte Nadine Inhelder die Ausstellung «forever young» aus dem Berner Generationenhaus vor. In der Form eines Speeddatings antworteten wechselnde Zweiergruppen auf gestellte Fragen:

  • Wie alt fühlen Sie sich?
  • Wann ist man alt?
  • Wie erleben Sie das Alter(n)
  • Was ist das beste Alter
  • Wie alt möchten Sie werden?
  • Möchten Sie für immer jung sein?
  • Machen Sie etwas, um das Alter aufzuhalten?
  • Haben Sie Angst vor dem Tod?
  • Möchten Sie unsterblich sein?
  • Was möchten Sie unbedingt noch erleben?

Nach dieser aktivierenden Fragerunde sprach der bekannte Altersforscher François Höpflinger über soziologische Forschung zum Alter. Die Zukunft werde heute generell als unsicher empfunden. Der alten Generation gehe es aber gegenwärtig erstaunlich gut. Sie würde es selber so empfinden, und auch die Forschung zeige, dass es ihr deutlich besser gehe, als die Medien es darstellten. Die 65 bis 74-Jährigen fühlten sich zufriedener als früher, seien weniger einsam, seien besser mit der Familie vernetzt. Sie seien weniger konservativ, weniger ablehnend neuen Entwicklungen gegenüber als man annehme. Auch die 80-Jährigen fühlten sich meist noch zufrieden. Probleme sieht François Höpflinger eher auf Seiten der Politik. Das Rentenalter müsse erhöht werden, da würden Widerstände auf die Dauer nicht standhalten. Es brauche eine deutliche Besserstellung des Pflegepersonals, sonst würde bald eine grosse Lücke in der Betreuung alter Menschen eintreten. Doch auch die Kompetenzen der alten Generation müssten besser genutzt werden. Gegenseitiges Helfen sei für Helfende und Hilfsbedürftige gut. Geld könne übrigens gespart werden bei überhöhten Arzttarifen und unnötigen Operationen.

Briefe an das ältere oder jüngere Ich: Kreativer Workshop. – Bild: Elias Rüegsegger
Experte in der Diskussion: Nach einem Input von François Höpflinger konnte über die alternde Gesellschaft diskutiert werden. – Bild: Elias Rüegsegger

In angeregten Gesprächsgruppen entwickelten sich die Fragestellungen weiter. Als dann das Plenum sich wieder zusammenfand, war deutlich zu spüren, dass da Fragen behandelt wurden, die den Beteiligten auf den Nägeln brannten.


Was ist UND-Generationenforum?

UND-Generationenforum ist die Denk- und Machfabrik der Zivilgesellschaft in und um Thun. Viermal im Jahr sollen Menschen verschiedener Generationen zusammenkommen und über ein für sie relevantes Thema diskutieren, Inputs hören und ihr eigenes Wissen weitergeben. Konkrete Projekte und Positionen sollen das Ergebnis von UND-Generationenforum sein. Das Forum ist politisch und konfessionell unabhängig und wird vom Verein UND Generationentandem organisiert.

Beitrag von:

Werner Kaiser (87)

Früher Theologe, dann Psychotherapeut. Und immer auch Geiger. Jetzt hat er Zeit, all das und einiges mehr in freier Form weiterzuführen.

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