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«Jenes Gelände»: Lebenserinnerungen von Paul Ignaz Vogel

Der Publizist und Nonkonformist Paul Ignaz Vogel (PIV) hat diesen Sommer im NZZ Libro Verlag seine Lebenserinnerungen «Jenes Gelände» veröffentlicht. Das biografisch geschriebene Buch beschäftigt sich mit Fragen von psychologischer – wie zeithistorischer – Relevanz. Die Leserschaft erfährt viel über Fichenaffaire, Ostspionage, Krieg und Antisemitismus.

Montag, 04. August 2025 Eve Stockhammer (62)
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Paul Ignaz Vogel: Der Publizist über politische Verfolgung, persönliche Brüche und die Schattenseiten der Schweizer Nachkriegsgeschichte. – Gemälde: Eve Stockhammer

«Jenes Gelände» von Paul Ignaz Vogel ist gleichzeitig Biografie und verdichtete Schweizergeschichte mit Blick weit über die Landesgrenze hinaus: Im über dreihundertseitigen Werk geht es um persönliche wie politische Missbrauchserlebnisse, um Freundschaften und Verrat, Fichenaffäre und geheimdienstliche Verfolgung, um die SP und Ostspionage sowie Täter und Opfer der Schoa. «Jenes Gelände» ist sowohl ein persönliches wie ein politisches Buch.

Eve Stockhammer: Sie haben bereits 2005 das Buch «Napf» herausgegeben, wo Sie im Rahmen einer Gratwanderung über kritische Episoden während des Kalten Krieges reflektieren. Worum geht es im neuen Buch?

Paul Ignaz Vogel: In meinen Lebenserinnerungen beschreibe ich meine unglückliche Kindheit, eine Schulzeit während des Kalten Krieges und ein Studium mit akademischen Vorbildern, die mit dem Staatsschutz kollaborierten. Ich erzähle über die Enge in einer streng katholischen Erziehung, berichte von Erfolgen sowie bitteren Enttäuschungen, von Freundschaften, Isolation und Depression. Es geht um den Aufbau meiner Zeitschrift neutralität, in der sich namhafte Autoren wie Arnold Künzli und Max Frisch beteiligten und – zehn Jahre später – um dasEnde des Blattes, das von der SP inszeniert und dem Staatsschutz begleitet wurde. «Jenes Gelände» beschäftigt sich mit den Spannungsfeldern Zweiter Weltkrieg und neutrale Schweiz, Christentum und Judentum. Ich reflektiere über die Ursprünge des Antisemitismus und Anti-Israelismus bei der Linken sowie über den globalen Angriffs-Informationskrieg nach dem Hamas-Massaker in Israel vom 7. Oktober 2023.

Sie stammen aus einer streng katholischen Familie, wo mehrere Familienmitglieder das Priesteramt bekleidet haben. Wie entstand Ihr Engagement gegen Antisemitismus?

Im Jahr 1957 kam ich als Gymnasiast in Kontakt mit Carl Laszlo. Er war ein Auschwitzüberlebender aus Ungarn, der in Basel als Psychoanalytiker und Kunstsammler die Kulturbewegung und Zeitschrift Panderma gegründet hat. In meiner intellektuellen Entwicklung als suchender Jugendlicher spielte er eine grosse Rolle. Sein tiefes humanistisches und kreatives Konzept überzeugte mich. Es war von Anfang an ein Denken, das dem Individuum den angemessenen Platz einräumte. Fern der zerstörerischen Enge von Systemen, die von Theologien definiert werden. Es ergab sich für mich eine innere Zuwendung zur Vernunft und Aufklärung. Ich hatte eine Orientierung für mein Leben gewonnen. Zudem war für mich der Kontakt zu Fritz Bauer, dem deutsch-jüdischen Generalstaatsanwalt aus Frankfurt a.M., bedeutend, der sich in der Nachkriegszeit für die Verfolgung der NS-Verbrechen einsetzte. Er bot mir in den 1960er Jahren einen exklusiven Beitrag zum Thema Auschwitzprozesse für meine Zeitschrift neutralität an.

Die Beschäftigung mit dem Ost-West-Konflikt sowie Ihre ambivalente Beziehung zur SP – mit Ein- und Austritt – nehmen in Ihrer Biografie als alt-linker Gewerkschaftler eine wesentliche Rolle ein. Welches sind Ihre Hauptkritikpunkte an der damaligen und der heutigen Linken?

Die Arbeiterbewegung entstand mit der Industrialisierung. Die Benachteiligten schlossen sich zusammen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Es entstanden zwei Richtungen, die gewaltsam-revolutionäre marxistisch-leninistische (später KP) und die demokratisch-genossenschaftliche (später SP). Nach Ende des Ersten Weltkrieges trennten sich beide Parteien. Die Schweizer Sozialdemokratie entwickelte den sozialen Frieden mit den Gesamtarbeitsverträgen und als Gewerkschaftler hänge ich natürlich diesem Modell an.

Die Genossenschaftsbewegung entstand schon im 19. Jahrhundert und bereicherte auch im 20. Jahrhundert die sozialdemokratische Bewegung sowie die jüdische Kibbuz-Bewegung in Israel. In der SP war es für Jugendliche Usus, in Israel ein Volontariat in einem Kibbuz zu absolvieren. Nach 1967 war damit Schluss und ab 1968 setzte die wachsende Einflussnahme von totalitärem Denken auf die Linke ein, auch in der Schweiz. Ich war 1970 bis im Herbst 1989 Mitglied der SP. Dann trat ich noch rechtzeitig aus, bevor die Partei dem rumänischen Diktator Nicolae Ceausescu eine Huldigungsadresse zu seiner «Wiederwahl» sandte. Kurz darauf wurde er von den Aufständischen ermordet. In «Jenes Gelände» berichte ich als Zeitzeuge über diese Zeit, über meine Reise nach Rumänien, als ich vom Geheimdienst verfolgt und der SP enttäuscht wurde.

2021 wurde der Verein «Reformplattform. Sozialliberal in der SP Schweiz» gegründet. Ich wurde umgehend Mitglied, ohne in die SP wieder einzutreten. Unser Präsident ist der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch, dessen politisches Engagement ich sehr schätze. Diese Distanz zur SP scheint mir unbedingt nötig zu sein. Ich bin entsetzt über die antijüdische/antiisraelische Agitation an der Gaza-Demonstration in Bern am 21. Juni 2025. Die SP als Bundessratspartei hat sie, meiner Meinung nach, mitzuverantworten.

Sie sind 86 Jahre alt und schauen sozusagen aus der Vogelperspektive auf ereignisreiche Jahrzehnte zurück. Welche politischen und ethischen Fragen erachten Sie als zentral für die heutige und morgige Zeit?

Als Vater, Grossvater und Urgrossvater rate ich meinen Nachkommen und allen Generationen, die mir nachfolgen, Aufklärung zu suchen und mit philosophischer Vernunft und menschlichem Verstand zu handeln. Wir müssen Erkenntnisse erwerben in der historischen Tiefe der heutigen Konflikte. In Osteuropa zum Beispiel die Ursachen für den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf die souveräne Ukraine verstehen, sowie den Angriff der Hamas und ihrer Drahtzieher in Teheran auf Israel. Es geht um den Erhalt der Urwerte der abendländischen Kultur und um die längerfristige Sicherung von Frieden und Demokratie.

Ich danke Ihnen für dieses aufschlussreiche Gespräch.

«Jenes Gelände»: Paul Ignaz Vogels autobiografisches Werk über politische Verstrickungen und persönliche Erfahrungen. – Bild: zvg

Über den Autor
Paul Ignaz Vogel ist 1939 in Riehen bei Basel geboren und aufgewachsen. 1963 gründete der Journalist und Publizist die kritische Zeitschrift neutralität, die er bis 1974 herausgab. 1969 gab Friedrich Dürrenmatt seinen Berner Literaturpreis an Paul Ignaz Vogel und zwei weitere Persönlichkeiten für ihre Verdienste weiter. Vogel war von 1970 bis 1989 Mitglied der SP. 1995 erhielt er Einsicht in die Schweizer Staatsschutzakten, die aufzeigten, dass sein Leben seit 1962 intensiv beobachtet worden war. 1996 gründete Vogel den sozialpolitischen Mediendienst «Hälfte», der sich mit dem Thema Arbeitslosigkeit befasste. 2005 erschien sein erstes Buch «Napf» über den Kalten Krieg, 2025 folgte «Jenes Gelände» im NZZ Libro Verlag. Vogel ist Vater von zwei Kindern und mehrfacher Gross- und Urgrossvater. Er lebt heute in Wabern bei Bern.

Beitrag von:

Eve Stockhammer (62)

lebt und arbeitet seit über 20 Jahren als freischaffende Künstlerin, Autorin und Psychotherapeutin in Bern. Sie hat ein Buch über sexuellen Missbrauch illustriert (Fragmente eines Tabus) sowie zwei Bild-Text-Bände über die Schoa publiziert: 2018 «Geigen im Schnee» und 2023 «Kaddisch zum Gedenken». Ihr neuestes Kunstprojekt ist ein Gedenkvorhang mit 1,5 Millionen Perlen, der an den Kindermord während der Nazizeit erinnert. Für weitere Infos zu Eve Stockhammers Wirken: www.eveandart.com

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