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Wie alles angefangen hat

Bereits zum siebten Mal findet dieses Jahr das Generationenfestival von UND Generationentandem auf dem Seefeldareal in Thun statt. Seit den Anfängen hat sich der Anlass stark weiterentwickelt – doch wie kam es dazu? Elias und Annemarie, die von Beginn an dabei waren, erinnern sich.

Mittwoch, 03. September 2025 Rebecca Horner (25)
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Schon 2017 stellte sich die Frage, wie UND Generationentandem bekannter werden könnte. «Wir wollten Leute anziehen, die sonst nicht bei uns mitmachen würden», erzählt Annemarie. Zwei Jahre zuvor, im Sommer 2015, versuchte es der Verein mit einer besonderen Aktion: einer Tandem-Velo-Tour durch den Kanton Bern. Stationen waren unter anderem Burgdorf, Aarberg, Murten, Bern, Köniz, Münsingen, Spiez, Interlaken und Brienz.

Für Annemarie war diese Reise prägend. Der direkte Kontakt mit Menschen motivierte sie, vom passiven zum aktiven Mitglied zu werden. Doch trotz der positiven Begegnungen brachte die Tour nur wenige neue Interessierte. Die entscheidende Frage blieb: Wie erreicht man mehr Menschen?

2’500 Besucher:innen waren schon beim Auftakt dabei. – Bild: UND-Archiv

Die Antwort lautete: mit einem Festival. Es sollte Begegnungen zwischen Generationen ermöglichen – und UND Generationentandem auch jenen näherbringen, die bisher noch keinen Bezug zum Verein hatten. Als Termin wählte man bewusst den September: Die grossen Festivals sind vorbei, das Wetter oft noch mild. «Immerhin ist es noch nie komplett ins Wasser gefallen», erinnert sich Annemarie.

Der Anfang des Generationenfestivals

Beim ersten Anlass halfen rund 30 bis 40 Personen – deutlich weniger als heute. Der Aufwand war riesig. «Schaffen, schaffen, schaffen», beschreibt Annemarie den Ablauf. Doch die Mühe lohnte sich: 2500 Besucher:innen kamen. Das Festival erreichte sein Ziel – und machte UND Generationentandem weit über die eigenen Reihen hinaus sichtbar.

Engagement, das ansteckt: Annemarie Voss und Tabea Keller im Einsatz. – Bild: Rebekka Flotron

Nach dem Kraftakt erklärten die Helfer:innen zwar, man könne ein solches Festival kein zweites Mal stemmen. Doch zwei Jahre später überwog die Freude an den Erinnerungen – und das Generationenfestival feierte seine Fortsetzung.

Vom Senioren- zum Generationenmärit

Eine weitere Entwicklung betrifft den Generationenmärit. Ursprünglich ging er aus dem Seniorenmärit hervor, den der Seniorenrat bis 2019 jeweils auf dem Rathausplatz organisiert hatte. Mit dessen Auflösung wanderte der Märit ins Generationenfestival – und veränderte seinen Charakter.

Vom Senioren- zum Generationenmärit: heute Treffpunkt für alle Altersgruppen. – Bild: Thomas Rubin

Während sich der Seniorenmärit ausschliesslich an ältere Menschen richtete, will der Generationenmärit alle ansprechen. Nicht Produkte stehen im Vordergrund, sondern Organisationen, die sich für die Gesellschaft engagieren. Heute reicht die Vielfalt der Stände von Angeboten für Kinder über Initiativen für Erwachsene bis hin zu Projekten für Senior:innen – ein Wandel, der sich über mehrere Jahre vollzogen hat.

Besondere Erinnerungen

Annemarie, die in der Künstler:innenbetreuung aktiv war, denkt gerne an die Begegnungen hinter den Kulissen zurück. «Viele der Künstler:innen kannten sich bereits aus der Thuner Szene und interessierten sich sehr füreinander.» Besonders eindrücklich sei das verregnete Festival im letzten Jahr gewesen: Während sich das Publikum ins Trockene zurückzog, unterhielten sich die Künstler:innen in mehreren Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch.

Sonnenschein ist schön, aber keine Pflicht – das Generationenfestival lebt auch im Regen. – Bild: Yves Brügger

Die Resonanz war durchwegs positiv. «Im Grossen und Ganzen hat es ihnen alles gepasst», fasst Annemarie zusammen.

Wie das Festival Generationen verbindet

Das Programm ist bewusst vielfältig: von Musik für ältere Generationen bis zu Poetry Slams oder Acts für ein jüngeres Publikum. Dadurch öffnen sich viele für Neues. Ein älterer Bekannter von Annemarie war überrascht, wie sehr ihn der Poetry Slam begeisterte.

Wo Generationen zusammenkommen, entsteht Gemeinschaft. – Bild: Walter Winkler

Besonders sichtbar wird die verbindende Kraft bei den Familien: Kinder kommen mit Eltern, Geschwistern oder Grosseltern – manche auch allein. «Das Generationenfestival ist eine Super-Sache für die Gesellschaft», sagt Elias. «Eigentlich sollte es so etwas auch anderswo geben.»

Blick in die Zukunft

«Kunst ist es, eine Wiederholung zu machen, die sich nicht wie eine Wiederholung anfühlt», sagt Elias. Gemeint ist: Ein gutes Festival lebt von Kontinuität und zugleich von Wandel.

Vom Aufbau bis zum Abbau – alles in freiwilliger Hand. – Bild: Nilai Scheiwiller

Die Organisation entwickelt sich stetig weiter, Abläufe werden effizienter. Doch das Herzstück bleibt dasselbe: Freiwillige, die gemeinsam «eine Riesenkiste machen», wie Elias es ausdrückt – und damit Jahr für Jahr ein Fest schaffen, das weit über Musik und Programm hinausgeht.

Beitrag von:

Rebecca Horner (25)

Ich interessiere mich für diverse gesellschaftliche Themen. Seit Herbst 2024 in der Kernredaktion im UND-Generationentandem.

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