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Er liebt die schlimmstmögliche Wendung

Die Grausamkeit des Menschen beschäftigte ihn, die Idylle belastete ihn. Im fiktiven Gespräch mit Friedrich Krebs erzählt der grosse Friedrich Dürrenmatt von seinem Haus in Neuenburg und wie sein Hund durch eine Axt zu Tode kam.

Mittwoch, 16. März 2016 Jürg Krebs (80)
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Friedrich Dürrenmatt,. Bild: WikimediaCommons/Elke Wetzig (elya)
Friedrich Dürrenmatt,. Bild: WikimediaCommons/Elke Wetzig (elya)

Friedrich Krebs: Vom Bahnhof her stieg ich über einige alte Treppen und Strässchen zu Ihrem Museum und ehemaligem Wohnort hoch. Ein schöner Weg und ein wundervoller Ort hier in der Waldlichtung, mit Blick auf den See und die Stadt Neuenburg. Sind Sie immer noch begeistert davon?

Friedrich Dürrenmatt: Als schwerer Mensch hasste ich das Treppensteigen. Das Haus fand ich zufällig. Immerhin war es ruhig hier und ich konnte gut arbeiten. Als «Geist» lebe ich jetzt in meinen Werken. Alles andere ist mir egal.

Friedrich Krebs: Sie erzählen in einem gefilmten Interview lächelnd von einem dramatischen Erlebnis.
Ihr Hund wurde verrückt, schlug wild um sich und rannte schlussendlich ins Kaminfeuer. Sie retteten ihn, mussten ihn aber töten, um ihn zu erlösen. Weil Sie keine Waffe hatten, riefen Sie den Nachbarn. Dieser erschlug den Hund mit einer Axt, während Sie das Tier festhielten. Brauchten Sie solche Erlebnisse, um die verhasste Idylle auf der Petersinsel zu ertragen?

Friedrich Dürrenmatt: Quatsch. Ich konnte ja nichts dafür, dass der Hund verrückt wurde. Die Insel ging mir auf die Nerven, das ist richtig. Wie sollte ich an einem idyllischen Ort Dramatisches schreiben?

Friedrich Krebs: Ihre Bilder stellen eine scheussliche Welt dar. In diesem sehr schönen Gebäude von Botta wirken sie auf mich noch grausiger.

Friedrich Dürrenmatt: Die Bilder zeigen nur annähernd die Grausamkeit der Menschen. Aber sie sollen natürlich aufrütteln und dem Betrachter die Augen öffnen.

Dürrenmatt mit seinem Papagei. - Bild: zvg/CDN
Dürrenmatt mit seinem Papagei. – Bild: zvg/CDN

Friedrich Krebs: Die Augen öffnen für Ihr düsteres Welt- und Menschenbild?

Friedrich Dürrenmatt: Sie haben wohl keinen Humor. Wie meine Dramen sind auch die Bilder «tragikomisch». Ich jedenfalls muss immer noch lachen, wenn ich sie ansehe. Es ist alles so absurd in dieser Welt.

Friedrich Krebs: Litten Sie unter der Welt und sich selbst?

Friedrich Dürrenmatt: Nur Ignoranten leiden nicht.

Friedrich Krebs: War das Malen für Sie befreiend?

Friedrich Dürrenmatt: «Ich malte für mich. Darum war ich kein Maler. Ich stellte mich der Zeit, und dieser Zeit kam man nicht mit dem Wort allein bei.» **

Friedrich Krebs: Wurden Sie als Pfarrerssohn, der in Konolfingen unter den Bauernkindern ein Aussenseiter war, besonders sensibilisiert für das Böse?

Friedrich Dürrenmatt: Schauspiel und Literatur leben vom Bösen, sonst sind sie langweilig. Auch die Medien leben davon. Liebes und Nettes wirken sofort kitschig.

Friedrich Krebs: Sie sagten einmal, dass Sie die schlimmstmögliche Wendung suchten. Warum?

Unser Autor Friedrich Krebs befragt den verstorbenen Friedrich Dürrenmatt. - Bild: Manuel Meister
Unser Autor Friedrich Krebs befragt den verstorbenen Friedrich Dürrenmatt. – Bild: Manuel Meister

Friedrich Dürrenmatt: «Dass ich immer wieder die schlimmstmögliche Wendung darstelle, hat nichts mit Pessimismus zu tun, auch nichts mit einer fixen Idee. Die schlimmstmögliche Wendung ist das dramaturgisch Darstellbare, ist genau das auf der Bühne, was in der Plastik den «David» zur Statue und meine Bilder zu dramaturgischen Bildern macht. So etwa auch «Die Katastrophe». Das Bild stellt mehr als ein Zugunglück mit anschliessender Kettenreaktion dar: Oben stösst gleichzeitig die Sonne mit einem andern Himmelskörper zusammen… (Es ist) der Versuch nicht eine, sondern die Katastrophe zu schildern.»*

Friedrich Krebs: Ihre Werke sind raffiniert aufgebaut. Sie sind vielschichtig und hintergründig. Darum wohl gelten sie als Kunst.

Friedrich Dürrenmatt: Der Künstler schafft eine eigene Welt. Trotzdem muss sie nahe genug an der Realität sein, sonst wirkt es nicht plausibel und die Theaterbesucher laufen davon.

Friedrich Krebs: Hatten Sie beim Schreiben Ihre Figuren bildlich vor Augen?

Friedrich Dürrenmatt: Sprache und Bilder müssen im Theater eine Einheit sein und sich schon im Kopf des Autors verbinden. Ich malte ja auch Figuren aus antiken Dramen und schuf sie neu in meinen Stücken. Das alles war ein unglaublicher Krampf.

Friedrich Krebs: Ihre zweite Frau liess dieses Museum bauen und drehte einen Film über Sie und Ihr Werk. Frau Kerr vermarktet Sie gut. Gefällt Ihnen das?

Friedrich Dürrenmatt: Nur so bleibe ich aktuell. Ich wollte ja schon als junger Mann von der Kunst leben können. Darum schrieb ich Krimis. Erst als die Bühnenwerke gut liefen, konnte ich mir besseren Wein leisten. Jetzt ist Geld vorhanden. Frau Kerr ist auch Künstlerin und weiss, was mir wichtig war und ist. Sie macht ihre Sache gut.

Friedrich Krebs: Stimmt. Ich hatte nicht erwartet, in diesem relativ kleinen Museum so viel über Ihr Werk zu erfahren. Sie haben für die Kunst gelebt und ein eindrückliches Werk geschaffen. Gratuliere.

Friedrich Dürrenmatt: Ich konnte nicht anders …


* aus Friedrich Dürrenmatt, Literatur und Kunst, Diogenes, Seite 209 («Persönliche Anmerkung»)
** ebenda, Seite 214 (Hier in die Vergangenheitsform gesetzt.)


Mit UND ins Centre Dürrenmatt

Ausflug ins Centre Dürrenmatt am Samstag, 2. April 2016. Hier sind die Informationen dazu.

Bildschirmfoto 2016-02-08 um 18.12.43
Bild: zvg/CDN

Beitrag von:

Jürg Krebs (80)

ist ein rüstiger Tänzer und ein geistig altersfreier Flaneur.

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